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Globaler Megatrend Wasser – Ein Blick auf lokale Unternehmen mit innovativen Ideen im Bereich Wasser


26. Nov 2014, Sursee - Bericht von Isolde Erny © PuntoLatino

 

Wasser ist von fundamentaler Bedeutung für menschliches Wohlbefinden, die Wirtschaft und die Umwelt. Der Zugang der wachsenden Weltbevölkerung zu einer ausreichenden Menge an sicherem Wasser ist eine zentrale Herausforderung der internationalen Politik.


Diese Herausforderung bietet allerdings auch Chancen für innovative Unternehmen und Startups. Chris Zurbrügg vom Forschungsinstitut Eawag sieht vor allem in zwei Bereichen Potential. Zum einen in der Wasseraufbereitung für Arme, die zwar nur kleine Margen verspreche, aber dafür ein grosses Volumen. Zum anderen in der Wiederverwendung von Fäkalien und Abwässern, auf der man eine Wertschöpfungskette aufbauen könnte.


Solche Chancen werden auch in der Schweiz genutzt, dies illustrierten verschiedene Beispiele - von der Pilotphase bis zur etablierten Firma - aus der Region Luzern.

 

Zwei Unternehmen präsentierten neuartige Konzepte zur Wasseraufbereitung

Bluetector stellte mobile Container vor, in denen Abwasserreinigungsanlagen stecken, die selbst schwer belastetes Abwasser reinigen können. Der erste Auftrag der Firma ist die Reinigung von Abwässern aus TOI TOI-Toiletten: die knallblaue Flüssigkeit ist dermassen wirksam gegen Bakterien, dass sie die biologische Reinigungsstufe von Kläranlagen lahmlegt und vielerorts nicht in die Kanalisation eingeleitet werden darf. Das Ein-Mann-Unternehmen Phoster zeigte eine Idee zur Wasserreinigung von belasteten Gewässern. Dazu werden schwimmende Plattformen mit einheimischen Pflanzen bepflanzt und auf Teichen oder Seen ausgesetzt. Die Pflanzen haben eine grosse Wurzeloberfläche, auf der sich natürlich vorkommende Mikroorganismen ansiedeln und die Selbstreinigung der Gewässer verstärken.


Drei weitere Unternehmen stellten umweltfreundliche Reinigungsprozesse für die Industrie und Gebäude vor. Die fenaco Genossenschaft führte industrielle Reinigungsprozesse in der Lebensmittelverarbeitung vor. Obschon hohe Anforderungen an die Hygiene bestehen, können sie den Wasserverbrauch gering halten. Dies lässt sich einerseits erzielen durch ausgeklügelte Reinigungssysteme mit einer Messung und Protokollierung des Wasser-Verbrauchs, andererseits durch eine sorgfältige Schulung des Personals. Eine Technologie zur wassersparenden Reinigung von Nahrungsmitteln präsentierte auch Foodcleaning. Die Global Sustainability AG stellte ein schadstofffreies Produkt zur Desinfektion von Wasser und Innenräumen vor. Das Reinigungsmittel enthält das sehr wirksame Wasserstoffperoxid zur Entkeimung, welches nach dem Einsatz in unbedenkliches Wasser und Sauerstoff zerfällt.


Im Gengensatz zu den anderen Unternehmen verfolgt Erlebnisplan eine nichttechnische Geschäftsidee. Das Unternehmen gestaltet durch die Inszenierung von Wasser Erlebniswelten für den Tourismus. Ein Beispiel ist der Wasserwald Pizol, ein ungewöhnlicher Spielplatz, der an heissen Sommertagen Ausflügler anlockt.


Die Beispiele zeigen, dass es in der Schweiz schon heute möglich ist, mit Ideen, die Wasser sparen oder reinigen, Geld zu verdienen. Man kann sich sogar dazu ausbilden lassen. Das cewas-Gründerzentrum für Wasser-Start-Ups in Willisau ist eine Plattform, die eine bunte Mischung aus jungen Leuten aus aller Welt versammelt. Diese machen sich selbstständig in allen erdenklichen Bereichen des Umgangs mit Wasser, vom Consulting über technische Lösungen bis zu Korruptionsbekämpfung.


Möglicherweise wird die Ausbildung dieser breit aufgestellten Leute dazu beitragen, dass nachhaltiger Umgang mit Wasser aus den Nischenlösungen herauskommt.

 

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Foto: Redakteurin im Gespräch mit Sarah Achermann (Rechts), Project Manager von cewas und Gabriela Schenker (Mitte), Studentin von cewas.(Mit freundlicher Genehmigung von cewas)

 

Weiterführende Informationen

Rückblick auf die Veranstaltung Globaler Megatrend Wasser
http://www.aquator.org/index.php/aquator-megatrend-wasser/articles/seiteninhalt-kopie-193.html

Vereinte Nationen – Globale Ziele für Wasser
http://www.unwater.org/topics/water-in-the-post-2015-development-agenda/en/

 

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